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Heil und Heilung: Transformationen antiker Heilkulte




Heilkulte kannte die pagane Antike ebenso wie das Christentum. Wie beide sich zueinander verhalten, wie sich die Transformation paganer Heiligtümer in christliche Heilkultstätten vollzogen hat, das untersucht dieses Projekt. Es dokumentiert dabei an literarischen Quellen und unter Berücksichtigung archäologischer Befunde, wie sich in Spätantike und Frühmittelalter zwischen Ablehnung und Zerstörung der paganen Religiosität gerade dieser Aspekt von Heilung neben der sonst praktizierten, eher wissenschaftlichen Medizin äußerst lebendig behauptete und in den christlichen Kontext integriert wurde. Dies gilt besonders für die Praxis des Heilschlafes, der Inkubation.

Aus den Quellen wird erkennbar, dass sich die Besucher christlicher Heiligtümer in ähnlicher Weise wie in paganen Kultstätten in dafür vorgesehenen Räumen (Inkubationshallen) bzw. unmittelbar in der Kirche schlafen legten, um im Traum einen Hinweis zu ihrer Heilung zu erhalten oder im Schlaf von dem Heiligen geheilt zu werden. Dabei unterschieden sich die Vorgehensweisen nur wenig voneinander – die räumlichen Gegebenheiten waren vergleichbar und oft verbrachten die Supplikanten mehrere Tage oder sogar Wochen im Heiligtum. Der theologisch wichtigste Unterschied war die Umdeutung der lokalen Gottheiten in Heilige und der beständige Bezug auf Christus. Außerdem war christliche Heilung honorarfrei; Spenden wurden jedoch gern gesehen.